Der zwanghafte Wunsch anders zu sein...

"Der zwanghafte Wunsch anders zu sein, hat uns alle gleich gemacht" Wie wahr dieser Spruch doch ist... Sicher ist jeder Mensch auf dieser Welt ein Individuum, doch streben große Gruppen der Menschheit das gleiche Ziel an... Die Werte der Gesellschaft, welche uns von Kindesbeinen an eingetrichtert werden, beeinflussen uns maßgeblich. Hinter jedem Klischee steckt auch immer ein Funken Wahrheit, genauso wie hinter jeder Lüge immer ein kleines bisschen Wahrheit steckt. Als kleines Kind wurde mir direkt gesagt, dass Mädchen pink mögen, mit Barbie spielen bis sie zu alt dafür sind und einmal Prinzessin werden wollen. Dies vermittelten mir auch zahlreiche Medien, denn jede Sendung und jedes Märchen entsprach diesem Bild. Im alter von ungefähr 10 Jahren fing ich an zu rebellieren. Ich suchte mir buchstäblich den größten Kontrast und verteidigte diesen vehement als meine Meinung. Nun ja heute weiß ich, dass es rund der Hälfte meiner Spielgefährten so ging. Ich ging also in meinem Versuch, mich von der Masse abzuheben, in genau dieser unter. Aber ich fühlte mich wohl dabei. Im laufe meines Lebens gelang es mir kurzzeitig aus der Masse raus zu stechen. Meist versuchte ich irgendwelchen provokanten Trends zu folgen. -ich gebe zu, einem Trend zu folgen ist nicht der beste Weg sich aus der Masse abzuheben, aber nun ja...- Fakt ist, das ich mich nach gewisser Zeit immer wieder in irgendeiner Masse wiederfand. Und ich fühlte mich oft sogar sehr wohl im Großen untertauchen zu können. Aufmerksamkeit fand ich immer nur begrenzt gut: So sehr ich sie manchmal brauchte, wollte ich an anderen Tagen am liebsten verschwinden. Und dennoch habe ich mich niemals für eine der Massen entscheiden können. Vllt ist es das was wir als "anders" zu sein bezeichnen?! Es ist nicht das Streben nach Einzigartigkeit auf der Flucht vor der Masse, sondern sich selbst zwischen den Massen, welche doch letztendlich zu einer einzigen verschwimmen, zu finden. Heute pendle ich zwischen verschiedenen Gruppen, nehme mir von jeder etwas mit für mich selbst und forme mich daraus jeden Tag neu. Menschen möchten Vollkommenheit, doch können sie nie erreichen, denn der Mensch ist ein langer Prozess aus Erfahrung. Im Umgang nennen wir diese Vollkommenheit, die wir uns wünschen auch "weise". Wenn wir in der Schule über Weisheit reden, kommt es zwangsläufig immer darauf zurück das man nur weise sein kann, wenn man Erfahrung mit sich bringt. In gewissem Maße kann ich dem zustimmen, doch, so finde ich, sollte man Weisheit als einen umfassenden Begriff gebrauchen, der nichts mit Dauer oder Alter zu tun hat. Der Mensch lernt niemals aus, erreicht logisch geschlussfolgert auch niemals Weisheit... Doch ich finde, dass jedes Kind, jeder alte Mann auf ihre ganz eigen Art gleichwertig weise sind. Wer erinnert sich schon genau an seine frühe Kindheit? Wir glauben ein Mensch muss besonderes erlebt haben um diese Weisheit zu erlangen, doch ist auch das kleine Kind auf seinem Gebiet weise. Für es zählen lediglich andere Werte, als für den ausgewachsenen Menschen. Es ist also niemand, egal ob alt oder jung, mehr oder weniger gut als ein anderer. Im Grunde sind wir nur die Masse "Mensch", die sich durch Erziehung und Werte geringfügig unterscheiden lässt. Wir alle haben die gleichen Voraussetzungen, die uns mit der Geburt geschenkt wurden. Es liegt in unserer Hand ob wir unseren ganz individuellen Platz in der Masse finden...

14.11.14 00:04

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